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Die (ehemalige) Kopalkaserne SANKT PÖLTEN

Vorgeschichte

Im Jahr 1888 wurde für die Garnison ST. PÖLTEN ein Übungs- und Exerziergelände im Süden der Stadt an der Mariazeller Strasse angekauft und über das Ende der Monarchie hinaus bis 1938 verwendet. Mit dem Ausbau der deutschen Wehrmacht nach 1938 wurde auf dem Gelände ein Barackenlager für 2 Bataillone errichtet und vom Kavallerie-Schützenregiment 10 ( siehe Kapitel » Das Ende 1938 und die Überleitung, Verbleib von Teilen des Kraftfahrjägerbataillons KOPAL Nr. 3) und der Panzerabteilung 33 genutzt. Während des 2. Weltkrieges wurden Ausbildungseinrichtungen in der Kaserne stationiert. Während der Besatzungszeit von 1945 bis 1955 wurde die Kaserne von einem Panzerregiment der Roten Armee genutzt, 1956 wurden ungarische Flüchtlinge in den Baracken untergebracht[1].

2. Republik Panzerbataillon 10

Zu Beginn des Bundesheeres der 2. Republik waren die Gebäude bereits in schlechtem Zustand. Mit der Aufstellung der 3. motorisierten (Infanterie-) Brigade am 1. September 1956 begann der neuerliche Ausbau des Standortes ST. PÖLTEN-SPRATZERN. Eine der unterstellten Einheiten, das am 1. September 1956 aufgestellte 10. Infanteriebataillon (IB10) aus KLAGENFURT, übersiedelte mit 24. April 1957 nach ST. PÖLTEN und Teile bezogen am 10. September die spätere Kopalkaserne[2].

Mit 1. Dezember 1960 wurde aus dem Infanteriebataillon 10 das Panzerbataillon 10 gebildet und wurde mit dem amerikanischen Kampfpanzer M47 ausgerüstet. Die Kaserne wurde um Werkstätten und Hallen für die Kampfpanzer erweitert und bis in die 70er Jahre mit Simulatoren und Sportanlagen ausgebaut.

Ab 1965 wurde das Panzerbataillon 10 mit dem neuen amerikanischen Kampfpanzer M60A1 ausgerüstet, welcher später bis zur Version M60A3Ö aufgerüstet wurde, bevor er ab dem 5. Juni 1998 im Rahmen des 1996 beschlossenen "Mech-Paketes" durch den Leopard 2 A4 ersetzt wurde[3]. Im gleichen Jahr schied jedoch mit 1. November aufgrund der "Strukturanpassung 1998" das Panzerbataillon 10 aus dem Verband der 3. Panzergrenadierbrigade aus und wurde der 4. Panzergrenadierbrigade unterstellt.

Truppenkörperabzeichen des aufgelösten Panzerbataillon 10

Truppenkörperabzeichen des aufgelösten Panzerbataillon 10 - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

Mit der Veröffentlichung des Konzeptes "Bundesheer 2010" am 8. Juni 2005 begann das Ende des Panzerbataillon 10 und der Kopalkaserne ST. PÖLTEN/SPRATZERN, gleichzeitig wurde für die Auflösung am 1. Oktober 2005 das Panzerbataillon 10 wieder der 3. Panzergrenadierbrigade unterstellt[4].

Am 12. Juni 2006 verließen die letzten Leopard Kampfpanzer die Kopalkaserne und das Kapitel Kaserne ST. PÖLTEN/SPRATZERN neigte sich dem Ende zu[5].

Spalier zur Verabschiedung der letzten Kampfpanzer - Foto: BMLV  Letzte Kampfpanzer verlassen Kasernentor - Foto: BMLV

Leopard Kampfpanzer verlassen die Kopalkaserne am 12. Juni 2006: links das Spalier der Panzersoldaten mit den Feldzeichen des Panzerbataillons auf der Kasernenhauptstraße, rechts die Leopard beim Verlassen des Kasernentors auf dem Weg zur Eisenbahnverladung. Sie wurden auf andere verbliebene Panzertruppenkörper aufgeteilt, bevor sie bei der nächsten Reform 4 Jahre später stillgelegt und verkauft wurden - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

Verkauf und Nachnutzung

Nach der Auflösung des Panzerbataillon 10 und der Übergabe der Dienstflagge und der Feldzeichen an den Kommandanten der 3. Panzergrenadierbrigade am 22. Dezember 2006 in MAUTERN endete das Kapitel Kopalkaserne als militärischer Standort[6].

Letztes Einholen der Dienstflagge Kopalkaserne 2006 - Foto: BMLV

Letztes Einholen der Dienstflagge in der Kopalkaserne ST. PÖLTEN am 22. Dezember 2006, der offizielle militärische Akt in der Kaserne, mit welcher die militärische Präsenz am Standort ST.PÖLTEN/SPRATZERN 1888 bis 2006 beendet wurde - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

Der letzte Kommandant und der Feldzeichentrupp des Panzerbataillon 10 in MAUTERN - Foto: BMLV  Übergabe der Standarte des Panzerbataillon 10 an den Kommandanten der 3. PzGrenBrig 2006 in MAUTERN - Foto BMLV

Übergabe der Feldzeichen des Panzerbataillon 10 in MAUTERN am 22. Dezember 2006, der militärische Schlussstrich unter die Geschichte des Bataillons von 1956 bis 2006: links der letzte Kommandant und der Feldzeichentrupp mit Standarte und Ehrenhorn, rechts die Übergabe der Standarte durch den Kommandanten des Panzerbataillon 10, Major Hans-Horst EHLING, an den Kommandanten der Panzergrenadierbrigade 3, Brigadier Karl PRONHAGL - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

Was danach folgte war eine 6 Jährige "Erfolgsgeschichte" in der Vermarktung von Bundeseigentum:

Im Jänner 2007 wurde das Gelände der ehemaligen Kopalkaserne von der Strategischen Immobilien Verwertungs-, Beratungs- und Entwicklungsgesellschaft (SIVBEG) um einen Mindest-Kaufpreis von 17,9 Mio EURO zum Verkauf ausgeschrieben. Nachdem zwar zahlreiche Ideen und politische Forderungen gestellt wurden, jedoch kein Käufer zu finden war, wurde die Liegenschaft mit 13. Mai 2011 um den reduzierten Mindest-Kaufpreis von 11,5 Mio EURO neuerlich ausgeschrieben[7].

Schlussendlich wurde das Gelände im Verhandlungsverfahren um kolportierte 12,9 Mio EURO an den Kremser Bauunternehmer und Investor Mag. arch. Julius EBERHARDT (genauer an seine Stiftung) verkauft[8], welcher jedoch am 25. März 2012 verstarb[9], ohne dass weitere Pläne für das Gelände bekannt geworden wären. Vermutet wurden im Mai 2012 Ausbildungsvorhaben für die Bundespolizei im Rahmen des Einsatzes gegen Geiselnehmer und Gewalttäter[10].

Einfahrtstor der ehemaligen Kopalkaserne

Das Tor der ehemaligen Kaserne im Jahr 2012 mit Symbolcharakter: Ein Spassvogel hat neben dem alten militärischen Hinweisschild "Motor abstellen, Innenbeleuchtung einschalten, Standlicht einschalten, Ausweis vorweisen" auf den linken Torflügel ein "Ende" Schild montiert - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

Am 20. Juni 2012 wurde schliesslich bekannt, dass das Gelände nach dem Tod Mag. EBERHARDT´s von der Privatstiftung an die Lutz-Stiftung verkauft wurde, welche bereits von Beginn an im Hintergrund an den 33 ha interessiert war[11].

 

 

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