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Das Ende 1938 und die Überleitung

Im "JANSA-Plan" zur Verteidigung Österreichs im Kriegsfall "DR" gegen die deutsche Wehrmacht war das niederösterreichische Kraftfahrjägerbataillon Kopal Nr. 3 im Rahmen der Schnellen Division für den hinhaltenden Kampf ab der Grenze bis zur geplanten Hauptfront an der Traun-Linie(Raum GMUNDEN - WELS - LINZ - ENNS - STEYR) vorgesehen[1]. Tatsächlich wurde das Bataillon jedoch ab dem 27. Februar 1938 zu einem sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz gegen die Unruhen in der Mur-Mürzfurche nach BRUCK a/d MUR beordert und verblieb dort bis zur Rückbeorderung des Bundesheeres in die Kasernen durch die Bundesregierung als Folge der "Berghof-Drohungen"[2]. Die geplante rasche Verlegung im Rahmen der Schnellen Division nach Westen an die Grenze bei SALZBURG hätte sich durch die Verteilung der Truppen im Assistenzeinsatz in der geplanten Form also stark verzögert oder gar nicht mehr stattfinden können, selbst wenn sich die Bundesregierung, wie von Staatssekretär ZEHNER und Chef des Generalstabs JANSA gefordert, dazu überwunden hätte, den Drohungen von HITLER zu widerstehen und die Verteidigung zu aktivieren.

Heute meist unbeachtet, wurden dennoch große Teile des Sperrplanes aktiviert und ohne Befehle der Heeresführung von unteren Ebenen Einheiten Richtung Westen in Marsch gesetzt und Reservisteneinheiten für die Grenzsicherung mobilisiert, welche jedoch vor dem Einmarsch der Wehrmacht wieder zurückbeordert wurden. Lediglich ein Sperrkommando am Fernpaß in Tirol, das 3. Bataillon des Wiener Infanterieregimentes Nr. 4 unter Hauptmann Edwin LIWA, leistete mangels Verbindung zum vorgesetzten Kommando den einrückenden deutschen Verbänden Widerstand und verwehrte ihnen den Grenzübertritt, bevor ihnen der Rückzugsbefehl der Regierung zugestellt werden konnte[3].

Hauptmann Edwin Liwa, IR 4 - Copyright Familie LIWA
Hauptmann Edwin LIWA vom Wiener Infanterieregiment 4, der einzige österreichische Offizier, der der deutschen Wehrmacht den Einmarsch im Jahr 1938 verwehrte. Foto aus dem Besitz seines Sohnes, des früheren Kommandanten des Gardebataillons Oberst Udo LIWA - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

Edwin LIWA büßte seine Pflichterfüllung mit einer Anzeige bei der GESTAPO und jahrelanger Zurücksetzung nach der Übernahme in die Wehrmacht. Zum letzten Zeitpunkt 1945 zum Oberst befördert, verwehrte ihm diese Tatsache nach Kriegsende die Übernahme in die B-Gendarmerie und das Bundesheer der 2. Republik und er mußte als Zivilbediensteter im Verteidigungsministerium seinen Ruhestand erarbeiten[4].

Obwohl die Überleitung der Einheiten des Österreichischen Bundesheeres in die Wehrmacht nicht in allen Bereichen linear erfolgte, können die Spuren des Kraftfahrjägerbataillons Kopal Nr 3 derzeit doch soweit verfolgt werden, dass zwei Abteilungen aus dem Kraftfahr-Jägerbataillon Kopal Nr. 3 mit dem ehemaligen Infanterie-Regiment 2 und Teilen des Infanterie-Regiments 6 zuerst als "Kavallerie-Schützen-Regiment 10" (in ST. PÖLTEN/SPRATZERN in der späteren "Kopal-Kaserne") in die "4. Leichte Division" der deutschen Wehrmacht aufgingen. Ab dem 9. Jänner 1940 unterstand das Regiment der "9. Panzer-Division" und wurde am 18. Mai 1940 in "Schützen-Regiment 10" umbenannt. Am 5. Juli 1942 wurde das Regiment in "Panzer-Grenadier-Regiment 10" umbenannt und war in Mittelrussland eingesetzt. Im April 1944 wurde das Regiment nach Südfrankreich/Raum AVIGNON verlegt, mit neuen Truppenteilen aufgefüllt und danach in der Normandie eingesetzt. Im Ruhrkessel ging das Regiment schließlich unter [5]. Wieviel zu diesem Zeitpunkt noch an Mannschaften des ursprünglichen Kraftfahr-Jägerbataillons Kopal Nr 3 überlebt haben, lässt sich derzeit nicht nachvollziehen.

 

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