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Die Aufstellung des k.u.k. niederösterreichischen Feld-Jägerbataillon KOPAL Nr. 10

Vorläufer der Jäger als militärische Einheiten

Bereits seit dem 30-jährigen Krieg wurden Soldaten des weidmännischen Bereiches als hervorragende Schützen und mit der Natur vertraute Kräfte für spezielle Aufgaben, meist als leichte Kavallerie (berittene Jäger) oder leichte Infanterie für Aufklärungsaufgaben, mobile Kampfführung, Sicherungsthemen aber auch dem Häuserkampf herangezogen.

Ein literarisches Denkmal setzte ihnen am Ende des 18. Jahrhunderts Friedrich Schiller in „Wallensteins Lager“ mit der Szene [1]:

„Trompeter:
Was für Grünröck' mögen das sein?
Treten ganz schmuck und stattlich ein.

Wachtmeister:
Sind Holkische Jäger; die silbernen Tressen
Holten sie sich nicht auf der Leipziger Messen.“

In der österreichischen Armee waren Jägerkräfte meist nur während Kriegszeiten temporär als Freiwilligeneinheiten eingesetzt, speziell im siebenjährigen Krieg wurden Freikorps und Jägerkorps eingesetzt, die nach Ende der Feldzüge wieder aufgelöst wurden.

Die Entwicklung der Waffentechnik und der Taktik sowie speziell die Erfolge der französischen Revolutionsarmeen am Ende des 18. Jahrhunderts, welche frühzeitig mit aufgelösten Gefechtsformen und „Tirailleuren/Plänklern“ die bisherige Standard-Linieninfanterie übertrumpfte, forderte die Europäischen Staaten zu reagieren.

Auch in den anderen Europäischen Staaten entstanden nun leichte Infanterietruppen – manchmal auch „Plänkler“ genannt - welche ihre Tradition auf die bisherigen Jäger und Schützen zurückführen. So werden diese Truppenarten als „Plänkler“ bzw. mit dem französischen Begriff "Tirailleure" oder "Chasseurs" eingesetzt, als Light Infantry bzw. Marksmen (englisch sinngemäß für „Schützen“) formiert oder in Italien ab 1836 als Bersaglieri (italienisch sinngemäß für „Scheibenschützen“) errichtet. Selbst im Rahmen des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges [2] wurden von den Briten bereits Jäger eingesetzt [3], das amerikanische Gegenstück dazu sind sinngemäß die „Ranger“, „Hunter“ bzw. „Riflemen“.

Entstehung der Jägertruppe in Österreich

„Am 22. September 1801 verfügte Seine Majestät Kaiser Franz, es sei durch Zusammenziehung des Tiroler - Scharfschützenkorps Fenner, des deutschen Jägerkorps Kurz und aller Tiroler des le L o u p 'schen Korps ein Jägerregiment in Tirol zu bilden. Der neue Truppenkörper, in drei Bataillone zu je sechs Kompanien gegliedert, wurde als „Tiroler-Jägerregiment" dem FMLt. Marquis Chasteler verliehen. Von 1806 an ergänzte es sich, da Tirol an Bayern abgetreten worden war, aus einigen deutschen Werbbezirken und führte nunmehr die Bezeichnung „Jäger-Regiment Marquis Chasteler Nr. 64".“ [4]

1798-1805 Jaeger nach OTTENFELD/TEUBER Tafelband S27
Adjustierung der österreichischen Jägertruppe von cirka 1798 bis 1805 nach OTTENFELD/TEUBER. Die hier gezeigten schwarzen Stoffgamaschen waren laut einigen Quellen jedoch meist nicht verfügbar und wurden von den Jägern gegen hohe Stiefel nach der Art der Offiziersstiefel ausgetauscht. Der Raupenhelm entsprach dem Standardhelm der Infanterie - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

Errichtung der k.k. Jägerbataillone 1 bis 9 im Jahr 1809

Da Versuche, nach den ersten Erfahrungen mit dem Jäger-Regiment direkt in den österreichischen Linieninfanterieregimentern leichte Truppen zu bilden fehlschlugen, wurden aus dem Tiroler Jägerregiment 9 Divisionen gebildet, aus denen wiederum im Kriegsfall erstmals 1809 die ersten 9 Jägerbataillone entstanden.

1809 Jaeger nach OTTENFELD/TEUBER Tafelband S49
Adjustierung der österreichischen Jägertruppe ab 1809 nach OTTENFELD/TEUBER. Die Grundelemente der Jägeradjustierung bis 1861 sind bereits vorhanden: neben der Grauen Uniform sind die grünen Aufschläge sowie die Schützenschnur erkennbar. Der Jägerhut mit der charakteristischen hochgezogenen linken Krempe trägt allerdings noch nicht den später eingeführten Hahnenbusch sondern eine schwarz-goldene Kokarde an der Vorderseite. Ergänzt wurde dies anfangs mit einem kleinen grünen Federbusch nach der Art der Infanterie hinter der Kokarde, welcher später dem Hahnenbusch auf der linken Seite wich - Beim Klick auf das Bild öffnet sich ein neues Fenster mit einer grösseren Darstellung des Bildes!

Obwohl sich diese neuen Jägerbataillone hervorragend bewährten, wurden von 1810 bis 1812 die Jägerbataillone wiederum – wie noch so oft in der österreichischen Militärgeschichte bis zur Gegenwart aus Kostengründen - auf Divisionsniveau[5] „heruntergefahren“. Erst die Erfahrungen des Frühjahrsfeldzuges 1813 der französischen Truppen mit den Rheinbundtruppen gegen die Alliierten Russland und Preussen im Raum an der Oder führten zur neuerlichen Befassung des Hofkriegsrates mit dem Thema und bereits Mitte 1813 wurde der weitere Ausbau der Jägertruppe angeordnet. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang der Zeitpunkt der Entscheidung, wenige Wochen vor dem Eintritt Österreichs in die Koalition der Anti-Napoleonkoalition.

Aufstellung des k.k. Jägerbataillon Nr. 10 mit 1. September 1813

Mit Allerhöchster Entschließung vom 5. August 1813 verfügte Se. Majestät Kaiser Franz I., nach Genehmigung der vom Hofkriegsrate unterbreiteten Vorschläge, die Vermehrung der Jägertruppe durch Aufstellung der Jägerbataillone Nr. 10, 11 und 12.

Das Reskript des Hofkriegsrates vom 9. August 1813, welches die Detailbestimmungen für diese Neuformationen verlautbarte, sah vor, dass die Hälfte des jeweiligen Kaders der 3 neuen Bataillone durch die bisherigen 9 Bataillone abzustellen sei[6]. Für das Jägerbataillon Nr.10 war der Kader bis spätestens Ende August (eintreffend) von den Jägerbataillonen 7, 8 und 9 am Aufstellungsort GRAZ zu stellen. Diese Detailbestimmungen wurden genau 2 Tage vor der Kriegserklärung Österreichs an Napoleon erlassen.

Der erste Kommandant des Jägerbataillons Nr. 10 wurde Major Victor Chevalier CASASSA de VALMONTE, welcher diese Position von der Errichtung am 1. September 1813 bis zu seinem Abschied und Wechsel in piemontesische Dienste am 11. Juli 1829 als Oberstleutnant innehatte[7].

 

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